Mit Oceania Sirena im Mittelmeer

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Unsere Kollegin Christiane aus dem Marketing war im September 2026 an Bord der Oceania Sirena unterwegs. Die elftägige Mittelmeer-Kreuzfahrt führte von Civitavecchia über mehrere Häfen in Italien, Frankreich und Spanien bis nach Valletta auf Malta. In ihrem Oceania Sirena Reisebericht schildert sie ihre persönlichen Erfahrungen mit der Außen-Kabine, dem Essen, dem Service und dem Leben an Bord. Dazu gibt sie praktische Tipps für die Anreise und ausgewählte Häfen entlang der Route.

Meine Reise auf einen Blick

Schiff: Oceania Sirena
Reederei: Oceania Cruises
Reisezeitraum: 10. bis 20. September 2026
Reisedauer: 11 Tage
Route: Civitavecchia (Rom) – Livorno – La Spezia – Villefranche-sur-Mer – Marseille – Barcelona – Valencia – Alicante – Palma de Mallorca – Seetag – Valletta
Kabine: Außen-Kabine 4046

Gut zu wissen: die Geschichte der Oceania Sirena

Die Oceania Sirena wurde 1999 als R Four für Renaissance Cruises gebaut. Nach dem Ende der Reederei im Jahr 2001 fuhr das Schiff zunächst als Tahitian Princess und später als Ocean Princess für Princess Cruises. Seit 2016 ist es als Sirena für Oceania Cruises unterwegs.

Die acht Schiffe der damaligen Renaissance-Flotte sind wegen ihrer überschaubaren Größe bis heute bei vielen erfahrenen Kreuzfahrtgästen beliebt. Vier von ihnen fuhren lange für Oceania Cruises, vier weitere gehören heute als Onward, Pursuit, Quest und Journey zur Flotte von Azamara.

Inzwischen verändert sich die Zusammensetzung der Oceania-Flotte:

  • Die Oceania Sirena wurde an Ambassador Cruise Line verkauft. Bis zum Frühjahr 2028 bleibt noch für Oceania Cruises im Einsatz. Anschließend wird sie umgebaut und soll ab Sommer 2028 als Ambella für die neue, auf den deutschen Markt ausgerichtete Marke Ambassador Kreuzfahrten fahren. In den Sommermonaten sind Reisen für deutschsprachige erwachsene Gäste ab Kiel und Bremerhaven vorgesehen. Von Herbst bis Frühjahr wird das Schiff an das Bildungsprogramm „Semester at Sea“ verchartert.
  • Die Oceania Regatta hat die Oceania-Flotte im Jahr 2026 verlassen und fährt im Rahmen einer langfristigen Charter für „Explorations by Norwegian“, ein Angebot des australischen Veranstalters My Cruises.
  • Die Oceania Nautica wird vollständig neu gestaltet und soll Ende 2027 als Oceania Aurelia zurückkehren. Das Schiff ist auf lange Weltreisen und Grand Voyages ausgerichtet und wird künftig weniger als 500 Gäste aufnehmen.
  • Die Oceania Insignia bleibt nach dem derzeit veröffentlichten Stand weiterhin für Oceania Cruises im Einsatz.

Schiffsfakten der Oceania Sirena auf einen Blick

Reederei: Oceania Cruises
Baujahr / letzte Renovierung: 1999 / 2019
Bruttoraumzahl: 30.277 BRZ
Länge / Breite / Tiefgang: 181 m / 25,45 m / 6 m
Passagiere: rund 670 bei Doppelbelegung
Kabinen: 335
Besatzung: rund 400
Passagierdecks: 9
Bordsprache: Englisch

Warum ich auf die Oceania Sirena gespannt war

Dies war meine erste Kreuzfahrt mit Oceania Cruises. Ich kenne bereits zwei der baugleichen Schwesterschiffe der Ocenia Sirena: die Azamara Quest und die Azamara Onward. Deshalb war ich besonders gespannt darauf, wie unterschiedlich sich dasselbe Schiffskonzept bei zwei Reedereien anfühlen kann.

Meine letzte Reise mit der Azamara Onward liegt zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre zurück. Mein Vergleich ist deshalb eine persönliche Momentaufnahme – und kein direkter Test unter identischen Bedingungen. Die gemeinsame Herkunft der Schiffe erkennt man an Bord sofort. Viele Wege und Räume kamen mir vom ersten Tag an vertraut vor.

Oceania Cruises stellt das kulinarische Erlebnis stark in den Mittelpunkt. Entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an das Essen. Um es gleich vorwegzunehmen: Wir haben an Bord gut gegessen. Das sehr hohe Niveau, das die Reederei mit ihrem kulinarischen Versprechen erwarten lässt, wurde aus meiner Sicht aber nicht bei jeder Mahlzeit erreicht.

Entspannter Start: eine Nacht am Flughafen in Rom

Damit die Reise möglichst entspannt beginnen konnte, sind wir bereits am Vorabend nach Rom geflogen und haben im Hilton direkt am Flughafen Fiumicino übernachtet. Gerade vor einer Kreuzfahrt finde ich diese zusätzliche Nacht sinnvoll: Man muss sich am Einschiffungstag keine Gedanken über Flugverspätungen machen und kann ausgeschlafen in Richtung Hafen starten.

Unser Zimmer war sehr gut und bot alles, was wir für die kurze Übernachtung brauchten. Zur Einstimmung auf die Reise haben wir den Abend bei einem Cocktail an der Hotelbar ausklingen lassen. Das Restaurant war zu dieser Zeit noch gut besucht, weshalb der Service an der Bar etwas schleppend war. Mit ein wenig Geduld kam der Cocktail aber doch noch – und damit konnte der Urlaub beginnen.

Am nächsten Morgen zeigte sich das Hotel von seiner besten Seite. Das Frühstück war sehr gut, die Auswahl groß und der Service aufmerksam. So konnten wir in Ruhe frühstücken, bevor wir um 11:30 Uhr den Bus nach Civitavecchia nahmen.

Praktisch war auch der kostenfreie Shuttle-Service des Hotels. Eigentlich bringt der Bus die Hotelgäste nur zu den Abflugterminals. Weil wir freundlich nachgefragt haben und zu diesem Zeitpunkt nicht viel los war, brachte uns der Fahrer trotzdem zum passenden Bereich am Terminal 3, an dem unser Bus nach Civitavecchia startete. Wir waren wirklich sehr froh, dass wir den ganzen Weg durch den Flughafen nicht mit unserem Gepäck machen mussten.

Den Bustransfer vom Flughafen Fiumicino nach Civitavecchia hatten wir vorab über GetYourGuide gebucht. Er kostet rund 35 Euro pro Person. Der Treffpunkt befand sich vor dem Ankunftsbereich von Terminal 3. Von dort ging es mit dem Bus in etwa einer Stunde zum Largo della Pace in Civitavecchia. Dort stehen die kostenfreien Hafenbusse bereit, die die Gäste zu ihrem jeweiligen Schiff bringen.

Die gesamte Organisation hat bei uns sehr gut funktioniert. Der Treffpunkt war klar beschrieben, das Gepäck wurde im Bus verstaut und auch der Umstieg auf den Hafen-Shuttle war unkompliziert. Für Kreuzfahrtgäste, die am Flughafen Fiumicino übernachten oder am Morgen der Einschiffung ankommen, ist dieser Transfer eine praktische und deutlich günstigere Alternative zu einem privaten Fahrdienst oder einem Taxi. Allerdings fährt der Bus nicht jeden Tag. Wenn Sie ihn nutzen möchten, empfehle ich einen frühzeitigen Check.

Mein erster Eindruck von der Oceania Sirena

Die Oceania Sirena ist ein kleines, klassisches Kreuzfahrtschiff. Wer große Atrien, Wasserrutschen, weitläufige Shoppingbereiche oder ein Unterhaltungsprogramm bis spät in die Nacht sucht, wird hier nicht fündig. Stattdessen erwarten die Gäste kurze Wege, überschaubare Decks und eine ruhige Atmosphäre.

Die Einrichtung ist eher traditionell als modern. Dunkle Hölzer, Teppiche, bequeme Sessel und klassische Farben prägen viele Bereiche. Da bestehen auch noch viele Ähnlichkeiten mit den Azamara-Schwesterschiffen. An einigen Stellen merkt man dem Schiff sein Alter an (ich habe noch auf keinem anderen Schiff Sonnenliegen gesehen, die so in Mitleidenschaft gezogen waren …), insgesamt machte es während meiner Reise aber einen gepflegten Eindruck.

Mir persönlich gefällt die Größe des Schiffes sehr gut. Mit rund 670 Gästen bleibt die Sirena übersichtlich. Nach kurzer Zeit wusste ich, welcher Weg zum Restaurant, zur Lounge oder zum Außendeck führt. Es gab immer wieder ruhige Plätze, an denen man lesen oder einfach aufs Meer schauen konnte.

Im Vergleich zu Azamara wirkte die Atmosphäre auf mich etwas zurückhaltender und formeller. Auf den Azamara-Schiffen hatte ich das Bordleben lebhafter und stärker auf das gemeinsame Erleben ausgerichtet wahrgenommen. Die Sirena vermittelte eher das Gefühl eines kleinen, klassischen Hotels auf See. Beides hat seinen Reiz – es kommt darauf an, was man auf einer Reise sucht.

Außen-Kabine 4046

Unsere Außen-Kabine auf Deck 4 war etwa 15 Quadratmeter groß und mit einem richtigen Fenster statt eines Bullauges ausgestattet.

Großzügig war die Kabine allerdings nicht. Zu zweit muss man sich auf dieser Fläche etwas organisieren. Das gilt besonders für das winzige Badezimmer und die Dusche, die für viele gewöhnungsbedürftig sein dürfte (allerdings sind die Duschen bei Oceania mit Türen ausgestattet, auf den Azamara-Schiffen kleben einem bisher leider immer die Duschvorhänge am Körper). Die Kabine war aber gemütlich und hell eingerichtet und wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Wer viel Zeit in der Kabine verbringt oder mehr Bewegungsfreiheit schätzt, sollte auf der Sirena aber eher eine Balkon-Kabine oder eine Suite wählen.

Mein Lieblingsplatz an Bord: die Bibliothek

Mein Lieblingsplatz auf der Oceania Sirena war die Bibliothek. Sie passt wunderbar zum ruhigen, klassischen Charakter des Schiffes und wurde für mich schnell zu einem Rückzugsort.

Mit ihren dunklen Holzregalen, den gemütlichen Sesseln und Sofas wirkt sie fast wie ein kleines Wohnzimmer. Hier konnte ich in aller Ruhe lesen, die Eindrücke des Tages sortieren oder einfach eine Weile abschalten. Selbst wenn in den übrigen Bereichen des Schiffes mehr los war, blieb die Atmosphäre in der Bibliothek angenehm ruhig.

Bücher können direkt vor Ort ausgeliehen werden. Allerdings ist die Auswahl ausschließlich englischsprachig. Wer lieber auf Deutsch liest, sollte deshalb ein eigenes Buch oder einen E-Reader mitbringen. Unabhängig davon lohnt sich ein Besuch: Für mich war die Bibliothek einer der gemütlichsten Orte an Bord.

Essen an Bord: gut, aber nicht immer herausragend

Oceania Cruises wirbt selbstbewusst mit der „Finest Cuisine at Sea“. Damit setzt die Reederei die Erwartungen entsprechend hoch. Die Auswahl auf der Sirena ist für ein Schiff dieser Größe beachtlich: Neben dem Grand Dining Room und dem Terrace Café gibt es das asiatische Spezialitätenrestaurant Red Ginger, das Tuscan Steak sowie den Waves Grill am Pool. Die Spezialitätenrestaurants sind im Reisepreis enthalten, müssen am Abend aber reserviert werden.

Wir haben überwiegend im Terrace Café gegessen. Für uns war vor allem die Möglichkeit, draußen zu sitzen, ein großer Pluspunkt. Gerade am Abend ist es schön, mit Blick aufs Meer und den Sonnenuntergang zu essen. Die Auswahl am Buffet war grundsätzlich gut, im Laufe der Reise gab es jedoch viele Wiederholungen. Das Sushi war beispielsweise jeden Tag gleich. Hier hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht.

Auch beim Service im Terrace Café hatte ich den Eindruck, dass zeitweise zu wenig Personal eingesetzt wurde. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren freundlich und bemüht, standen aber sichtbar unter Zeitdruck.

Ein Mittagessen hatten wir im Waves Grill am Pool. Der Surf-and-Turf-Burger war sehr lecker und der Service aufmerksam. Für ein unkompliziertes Mittagessen an einem Seetag oder nach einem kürzeren Landgang ist der Grill eine gute Alternative zum Buffet. Außerdem ist dort auch morgens ein kleines Frühstücksbüffet aufgebaut, das etwas länger verfügbar ist, als das im Terrace Café. Mein Tipp für Spätaufsteher.

Sehr gut gefallen hat uns das Abendessen im Red Ginger. Die Speisen waren geschmacklich überzeugend und schön präsentiert. Mein persönlicher Tipp ist der Miso Glazed Sea Bass. Dieses Gericht würde ich bei einem weiteren Besuch sofort wieder bestellen.

Im Tuscan Steak war der Service besonders aufmerksam. Das Essen war gut und solide, hat uns aber weniger begeistert als das Menü im Red Ginger. Insgesamt war es dennoch ein angenehmer Abend in ruhiger Atmosphäre.

Ein Abendessen hatten wir im Grand Dining Room. Das Essen war gut und der Service ausgesprochen freundlich, wirkte aber gehetzt. Auch hier entstand bei mir der Eindruck, dass zu wenige Servicekräfte im Einsatz waren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben sich große Mühe, konnten die personelle Situation aber nicht vollständig auffangen. Mehrmals habe ich Servicekräfte praktisch rennen sehen. Das war unschön und passte für mich nicht zu dem ruhigen, hochwertigen Anspruch der Reederei. Sehr gut gefallen hat mir allerdings das Geschirr von Versace mit den bunten Motiven. Für mich eine tolle Abwechslung von dem sonst üblichen schlichten weißen Geschirr.

Auch zum Frühstück waren wir einmal im Grand Dining Room. Atmosphärisch hat mir das sehr gut gefallen, weil es dort deutlich ruhiger zuging als im Terrace Café. Die Eggs Benedict waren gut, aber nicht herausragend. Der Service war an diesem Morgen aufmerksam und freundlich. Wer sein Frühstück gerne in Ruhe und am Tisch serviert genießen möchte, sollte den Grand Dining Room unbedingt ausprobieren.

Insgesamt haben wir an Bord gut und teilweise sehr gut gegessen. Durchgehend außergewöhnlich fand ich die Küche jedoch nicht. Gerade weil Oceania die Kulinarik so stark in den Mittelpunkt stellt, fallen die vielen Wiederholungen am Buffet und einzelne eher solide Gerichte stärker auf. Zwischen dem hohen Werbeversprechen und meinem persönlichen Eindruck blieb deshalb eine kleine Lücke.

Mein Tipp: Reservieren Sie die Spezialitätenrestaurants möglichst früh. Gerade auf einer kurzen oder sehr hafenintensiven Reise sind die beliebten Zeiten schnell vergeben.

Getränkepaket und Bars

Im Rahmen von Your World Included™ hatten wir uns für das im Reisepreis enthaltene Getränkepaket entschieden. Die Auswahl an Weinen, Sekt und Bieren, die wir während der Öffnungszeiten der Restaurants in allen Bars und Restaurants trinken konnten, war gut. Positiv fand ich, dass auch alkoholfreie Varianten angeboten wurden.

Auf einer elftägigen Reise wird die Auswahl allerdings irgendwann etwas vorhersehbar. Nach mehreren Tagen hätten wir gerne auch einmal einen anderen Wein getrunken. Cocktails sind in diesem Paket nicht enthalten und müssen separat bezahlt werden.

Am ersten Abend haben wir uns einen Negroni in der Horizons Lounge gegönnt. Wir waren dort die einzigen Gäste, und der Barmann war ausgesprochen reizend. Dieser ruhige Start in den Urlaub ist mir deshalb besonders in Erinnerung geblieben.

Service und Bordsprache

Die Bordsprache auf der Oceania Sirena ist Englisch. Englischkenntnisse sind daher unbedingt nötig, besonders bei Durchsagen, im Tagesprogramm und bei Gesprächen mit der internationalen Besatzung. Auch das Publikum an Bord war international.

Den Service habe ich als freundlich, professionell und aufmerksam erlebt. Durch die geringe Schiffsgröße entstand schnell eine persönliche Atmosphäre. Gleichzeitig war der Umgang etwas zurückhaltender, als ich ihn von Azamara in Erinnerung hatte. Dort wirkte vieles spontaner und familiärer, während Oceania stärker auf einen klassischen, diskreten Service setzt.

Ruhiges Bordleben statt großer Shows

Das Unterhaltungsangebot passt zur Größe und Ausrichtung des Schiffes. Es gibt Musik in den Lounges, kleinere Abendshows, Vorträge und ein Casino (das gibt es bei Azamara übrigens nicht mehr). Große Inszenierungen oder spektakuläre Bühnentechnik sollte man nicht erwarten. Wir haben aber einige Male die Abendshow besucht und fühlten und gut unterhalten.

Der Poolbereich ist überschaubar und klassisch gestaltet. An sonnigen Tagen kann es dort entsprechend voll werden. Wer Ruhe sucht, findet auf den Außendecks oder in den kleineren Sitzbereichen aber meist noch eine Alternative. Man kann sich zurückziehen, ohne sich vom Bordleben abgeschnitten zu fühlen.

Eine Route mit nur einem Seetag

Die Reise führte fast jeden Tag in einen anderen Hafen. Das macht die Route abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll. Wer jeden Hafen intensiv erleben möchte, ist viel unterwegs. Der einzige Seetag vor der Ankunft in Valletta kam deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt.

Gerade bei einer solchen Reise zeigt sich der Vorteil eines kleinen Schiffes. Die Wege an Bord sind kurz, das Ein- und Ausschiffen ist überschaubar und nach einem Ausflug findet man schnell wieder einen ruhigen Platz.

Viel Geduld bei den Hafen-Shuttles

Ein deutlicher Kritikpunkt auf dieser Reise war der von Oceania angebotene Shuttle-Service in den Häfen. Besonders in Marseille, Valencia und Palma de Mallorca war die Organisation aus unserer Sicht alles andere als gut. In jedem dieser Häfen pendelte lediglich ein Shuttlebus zwischen dem Schiff beziehungsweise dem Hafen und der jeweiligen Haltestelle in der Stadt.

Dadurch entstanden Wartezeiten von teilweise 45 Minuten. War der Bus voll, musste man weitere 45 Minuten auf die nächste Fahrt warten. Bei einer begrenzten Liegezeit geht dadurch viel wertvolle Zeit an Land verloren.

Die Busse wurden in allen drei Fällen von den jeweiligen Häfen bereitgestellt und nicht direkt von der Reederei betrieben. Aus Gästesicht spielt es meiner Meinung nach am Ende nur eine untergeordnete Rolle, wer den Bus einsetzt: Die gewählte Lösung war der Zahl der wartenden Passagiere nicht gewachsen und aus meiner Sicht nicht akzeptabel organisiert.

Mein Tipp: Informieren Sie sich vorab, ob es am jeweiligen Hafen Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis gibt. Gerade in Marseille, Valencia und Palma kann das deutlich entspannter sein, als sich auf den Hafen-Shuttle zu verlassen.

Italien und die französische Mittelmeerküste

Nach der Einschiffung in Civitavecchia begann unsere Reise mit Livorno und La Spezia. Beide Häfen sind Ausgangspunkte für zahlreiche bekannte Ziele: Florenz, Lucca und Pisa lassen sich von Livorno aus erreichen, während sich von La Spezia Ausflüge in die Cinque Terre anbieten. Wir haben uns dafür entschieden, jeweils einen Bummel durch den Ort zu unternehmen und sind damit den Menschmengen, die zur der Zeit an den beliebten Zielen wie Florenz und Cinque Terre noch unterwegs waren entgangen.

Ich persönlich versuche in meinem Urlaub eh nicht, an jedem Tag möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Gerade in Italien lohnt es sich, auch einmal weniger vorzunehmen und Zeit für einen Kaffee, einen Markt oder einen Spaziergang durch kleinere Straßen einzuplanen.

Villefranche-sur-Mer war für mich einer der Häfen, die besonders gut zu einem kleinen Schiff passen. Der Ort liegt malerisch an einer Bucht und bietet eine ganz andere Atmosphäre als die großen Mittelmeerhäfen. Auch Marseille hat mehr zu bieten als den ersten Eindruck eines geschäftigen Hafens. Rund um den Vieux-Port lässt sich die Stadt gut zu Fuß entdecken. Hier gebe ich Ihnen für einige Häfen persönliche Ausflugs-Tipps:

Mein Tipp für Barcelona: das Moco Museum

Barcelona gehört zu den Städten, in denen man bei jedem Besuch etwas Neues entdecken kann. Wer die bekannten Sehenswürdigkeiten bereits kennt oder bewusst eine Alternative zu den großen Museen sucht, dem empfehle ich das Moco Museum im Viertel El Born.

Das Museum befindet sich im historischen Palau Cervelló und zeigt moderne, zeitgenössische, digitale und immersive Kunst. Zu den ausgestellten Künstlern gehören unter anderem Banksy, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Keith Haring und Yayoi Kusama. Die Ausstellung ist kompakt und lässt sich deshalb gut in einen Landgang integrieren.

Mein Tipp: Buchen Sie die Eintrittskarten vorab. Anschließend bleibt noch genügend Zeit für einen Spaziergang durch El Born, das Gotische Viertel oder zum nahe gelegenen Parc de la Ciutadella.

Valencia: Altstadt, Markthalle und ein Tipp für mehr Zeit

Der Hafen-Shuttle setzte uns vor den Toren der Altstadt ab. Wegen der langen Wartezeit auf den Bus und der dadurch verlorenen Zeit entschieden wir uns, in der Altstadt zu bleiben und dort in Ruhe zu bummeln.

Ein besonderes Erlebnis ist der Mercado Central. Die große Markthalle mit ihren zahlreichen Ständen gehört für mich zu den Orten, an denen man Valencia besonders gut erleben kann. Neben Obst, Gemüse, Fisch und anderen frischen Lebensmitteln gibt es viele regionale Spezialitäten zu entdecken. Auch das Gebäude selbst ist wirklich sehenswert.

Die Altstadt und die Stadt der Künste und Wissenschaften bei nur einem Landgang miteinander zu verbinden, halte ich nur dann für realistisch, wenn man sehr früh von Bord geht und ein ziemlich flottes Tempo vorlegt (oder eine sehr lange Liegezeit hat). Für uns war das dieses Mal keine sinnvolle Option. Wer Valencia entspannter erleben möchte, sollte sich deshalb besser für einen der beiden Bereiche entscheiden.

Wenn Sie mehr Zeit zur Verfügung haben, empfehle ich eine Fahrradtour oder einen Spaziergang durch den Jardín del Turia bis zur Stadt der Künste und Wissenschaften. Der lang gestreckte Park wurde im ehemaligen Flussbett der Turia angelegt und führt weitgehend ohne Autoverkehr durch die Stadt. Auf diese Weise lassen sich die Altstadt, die Grünanlagen und die moderne Architektur Valencias gut miteinander verbinden.

Alicante: entspannt statt durchgetaktet

Alicante eignet sich gut für einen ruhigeren Tag. Die Altstadt, die palmengesäumte Explanada de España und der Stadtstrand liegen vergleichsweise nah beieinander. Wer einen guten Ausblick über Stadt und Küste genießen möchte, kann hinauf zum Castillo de Santa Bárbara fahren oder laufen. (Ich empfehle den Aufzug. Er befindet sich direkt gegenüber dem Postiguet-Strand an der Avenida Juan Bautista Lafora / Avenida de Jovellanos.)

Nach den größeren Städten Barcelona und Valencia empfand ich Alicante als angenehme Gelegenheit, den Tag entstpannt anzugehen. Ein Spaziergang, etwas Zeit am Wasser und ein Mittagessen an Land waren für uns ein sehr stimmiges Programm.

Mein Tipp für Palma: der Mercat de l’Olivar

Palma de Mallorca wird auf vielen Mittelmeer-Kreuzfahrten angelaufen. Auch als wir dort waren, lagen noch vier weitere große Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Außerdem ist der September auch immer noch Hauptreisezeit. Entsprechend voll war es in der Innenstadt. Wir hatten auch nur einen halben Tag in Palma und entschieden uns für einen kurze Bummel und einen Marktbesuch. Denn meiner Meinung nach lohnt ein Besuch des Mercat de l’Olivar sich immer.

Die helle Markthalle liegt zentral in der Altstadt, nicht weit von der Plaça d’Espanya. Neben Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und anderen frischen Lebensmitteln gibt es dort auch Stände, an denen man Cava, Austern, Tapas und kleine Gerichte direkt probieren kann. Der Markt vermittelt einen guten Eindruck vom alltäglichen Palma und ist eine schöne Adresse für eine unkomplizierte Pause.

Mein Tipp: Besuchen Sie den Markt am Vormittag oder zur Mittagszeit. Sonntags ist er geschlossen, und auch an den übrigen Tagen endet der reguläre Marktbetrieb vergleichsweise früh. In der Hauptreisezeit im Sommer ist es mittags allerdings recht voll und man muss schon ein wenig Glück haben, noch einen Platz für einen Snack zu ergattern.

Ein Seetag zum Abschluss

Nach Palma folgte der einzige Seetag der Reise. Nach so vielen unterschiedlichen Eindrücken war die Pause willkommen. Endlich blieb Zeit, das Schiff noch einmal in Ruhe zu genießen und die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen.

Eine Route mit vielen Häfen ist spannend, kann aber auch anstrengend werden. Mein Rat: Planen Sie nicht in jedem Hafen einen ganztägigen Ausflug. Ein kürzerer Landgang oder ein bewusst ruhiger Nachmittag an Bord schafft zwischendurch die nötige Erholung.

Die Reise endete in Valletta. Schon die Lage der maltesischen Hauptstadt mit ihren hellen Festungsmauern bildet einen eindrucksvollen Abschluss für eine Mittelmeer-Kreuzfahrt. Ich wäre gerne noch einige Tage in Valletta geblieben, aber für uns hieß es gleich nach der Ausschiffung den Rückweg nach Hause anzutreten.

Mein persönliches Fazit zur Oceania Sirena

Die Oceania Sirena ist ein Schiff für Gäste, die kleine Einheiten, klassische Kreuzfahrttradition und abwechslungsreiche Routen schätzen. Ihre Stärken liegen in der überschaubaren Größe, den kurzen Wegen, der ruhigen Atmosphäre und der Auswahl an Restaurants.

Weniger geeignet ist sie für Reisende, die moderne, großzügige Standardkabinen, spektakuläres Entertainment oder ein besonders lebhaftes Bordleben erwarten. Auch bei der Küche sollte man trotz des hohen Anspruchs der Reederei realistisch bleiben: Das Essen war auf unserer Reise gut und abwechslungsreich, für mich aber nicht durchgehend herausragend.

Der Vergleich mit Azamara war besonders interessant. Obwohl die Schiffe baugleich sind, entsteht an Bord ein anderes Reisegefühl. Azamara habe ich persönlicher und lebhafter in Erinnerung, Oceania zurückhaltender und stärker auf Ruhe und Kulinarik ausgerichtet. Einen eindeutigen Gewinner gibt es für mich nicht – entscheidend sind die Route und die eigenen Erwartungen.

Würde ich wieder mit Oceania Cruises reisen? Ja, wenn Route, Reisedauer und Preis für mich passen. Besonders für längere, hafenintensive Reisen kann ich mir die kleinen Schiffe der Reederei gut vorstellen. Bei der Kabinenwahl würde ich mich beim nächsten Mal allerdings für eine Balkon-Kabine entscheiden.


Über die Autorin: Christiane Schivelbein arbeitet im Marketing von UC Unlimited Cruises. Auf ihren Reisen achtet sie besonders auf das Gesamterlebnis an Bord, die Unterschiede zwischen den Reedereien und auf individuelle Ausflugsmöglichkeiten abseits klassischer Gruppenprogramme.