Mit Oceania Vista in Nordeuropa

15
header-reisebericht-oceania-vista

Unser Kollege Jürgen Lang war im Juli 2026 zehn Nächte mit der Oceania Vista in Nordeuropa unterwegs. Hier erzählt er, wie sich das Schiff im Reisealltag anfühlt, wie gut der Service tatsächlich ist und ob Oceania Cruises seinem kulinarischen Ruf gerecht wird.

Sein Fazit vorweg: “Vor allem beim Essen hat mich die Vista überzeugt. Dazu kamen viel Platz, aufmerksamer Service und eine angenehm ruhige Atmosphäre. Selbst wenn das Schiff mit bis zu 1.200 Gästen belegt ist, hatte ich nie das Gefühl von Massenabfertigung. Auch das Wetter mischte bei unserer Route kräftig mit. Dadurch fielen einige ursprünglich vorgesehene Häfen aus und Oslo kam als Übernachtungsstopp hinzu. Für eine Nordeuropa-Kreuzfahrt ist ein wenig Flexibilität schließlich nie verkehrt.”

Meine Reise auf einen Blick

Reise: 10 Nächte von Reykjavík nach Southampton

Reisezeitraum: 23. Juli bis 2. August 2026

Tatsächlich angelaufene Häfen: Reykjavík, Heimaey, Haugesund, Oslo, Amsterdam, Zeebrugge und Southampton

Besonderheit: Die ursprünglich geplante Route über Djúpivogur, Ålesund und Måløy wurde wetterbedingt geändert. Oslo wurde stattdessen mit einer Übernachtung angelaufen.

Meine Kabine: Concierge Level Veranda-Kabine 7003 auf Deck 7

Gut zu wissen

Kulinarisches Konzept: Spezialitätenrestaurants wie Polo Grill, Jacques, Red Ginger und Toscana sind im Reisepreis enthalten; Reservierungen sind erforderlich.

Getränke: Bei unserer Buchung war die Option Wein und Bier inklusive. Ausgewählte Weine und Biere wurden während der Restaurantzeiten in den Bars und Restaurants ohne Aufpreis ausgeschenkt. Cocktails und höherpreisige Getränke kosteten extra.

Bordleben: Die Atmosphäre ist ruhig und stilvoll. Große Wasserrutschen, laute Poolanimation oder ein durchgetaktetes Unterhaltungsprogramm sucht man hier vergeblich.

Schiffsfakten zur Oceania Vista

Reederei: Oceania Cruises

Schiffsklasse: Allura-Klasse

Indienststellung: 2023

Bruttoraumzahl: rund 68.000 BRZ

Länge: rund 241 Meter

Gäste: bis zu 1.200 bei Doppelbelegung

Besatzung: rund 800 Crewmitglieder

Bordsprache: Englisch

Unterkünfte: 607 Kabinen und Suiten, alle mit Veranda (einige davon sind Suiten mit französischem Balkon)

Größe der Concierge Level Veranda-Kabinen: rund 27 Quadratmeter einschließlich Veranda

Die Vista ist das erste Schiff der Allura-Klasse von Oceania Cruises. Mit 1.200 Gästen bleibt sie deutlich überschaubarer als die großen Kreuzfahrtschiffe vieler anderer Reedereien. Das Verhältnis von etwa zwei Crewmitgliedern zu drei Gästen trägt dazu bei, dass der Service persönlich wirkt.

Neben den Restaurants gehören unter anderem das Culinary Center mit Kochkursen, das Artist Loft, ein Fitnesscenter, der Poolbereich sowie das Aquamar Spa + Vitality Center zum Angebot. Charakteristisch für die Vista ist außerdem, dass alle Kabinen und Suiten über einen Balkon verfügen (einige über einen französischen Balkon).

Meine Concierge Level Veranda-Kabine

Während der Reise wohnte ich in der Concierge Level Veranda-Kabine 7003 auf Deck 7. Mit rund 27 Quadratmetern einschließlich Veranda bot sie angenehm viel Platz. Helle Farben und hochwertige Materialien sorgten für eine ruhige, wohnliche Atmosphäre.

Das Marmorbad war mit einer geräumigen Regenwalddusche ausgestattet. Besonders gut geschlafen habe ich im Tranquility Bed mit Daunenbettwäsche. Nach langen Tagen an Land war das Bett ein ziemlich überzeugendes Argument, nicht noch „nur kurz“ in einer Bar vorbeizuschauen.

Ein wichtiger Vorteil dieser Kabinenkategorie ist der Zugang zur privaten Concierge Lounge auf Deck 9. Dort gibt es den ganzen Tag über Kaffee, alkoholfreie Getränke und kleine Snacks. Morgens holte ich mir gern einen Espresso oder Cappuccino und etwas Gebäck, noch bevor ich zum eigentlichen Frühstück ging.

Zu den weiteren Concierge-Leistungen gehören ein kostenloser Wäscheservice mit bis zu drei Beuteln pro Kabine, der erweiterte Roomservice aus dem Grand Dining Room, bevorzugte Online-Reservierungen für die Spezialitätenrestaurants und der unbegrenzte Zugang zur Aquamar Spa Terrace.

Tag 1: Einschiffung in Reykjavík und das erste Steak

Unsere Reise begann am 23. Juli in Reykjavík. Für mich ist der Check-in immer die erste Visitenkarte eines Schiffes – und die fiel hier ausgesprochen positiv aus. Die Einschiffung war sehr gut organisiert und verlief ohne nennenswerte Wartezeit. Das Gepäck wurde an der Pier übernommen, die Crew kümmerte sich um die Kofferanhänger und wenig später hielt ich bereits den Willkommens-Champagner in der Hand.

Mittags bekam ich im Terrace Café einen ersten Eindruck von der Küche an Bord. Die Speisen waren frisch und ansprechend präsentiert, vieles wurde direkt an den Live-Cooking-Stationen zubereitet. Nach einem entspannten Rundgang über das Schiff stand am Abend der Polo Grill auf dem Programm.

Das klassische Steakhouse lieferte gleich zum Auftakt eine meiner besten Speiseerfahrungen der Reise. Das 28 Tage am Knochen gereifte Filetsteak hatte außen eine kräftige Kruste und war innen saftig und genau medium rare. Dazu gab es cremigen Rahmspinat und knusprige Trüffelpommes. Ein Erdbeersorbet und ein kräftiger Espresso rundeten den Abend ab. Die Messlatte für die kommenden Tage lag damit ziemlich hoch.

Tag 2: Papageientaucher und Vulkangeschichte auf Heimaey

Der nächste Morgen begann mit Frühstück auf meiner Veranda. Der Roomservice brachte ein Käseomelett und Cappuccino direkt in die Kabine. Während draußen die schroffen Küsten Islands im Morgendunst vorbeizogen, musste ich für einen Moment zugeben: So darf ein Tag gern häufiger anfangen.

Mit dem Tenderboot ging es in etwa zehn Minuten nach Heimaey. Vom Hafen erreichte ich das Vulkanmuseum Eldheimar zu Fuß in gut 15 Minuten. Alternativ kostete ein lokales Taxi zum Zeitpunkt unserer Reise etwa 15 Euro. Der Eintritt ins Museum lag bei rund 20 Euro.

Die interaktive Ausstellung erzählt vom Vulkanausbruch des Jahres 1973, bei dem große Teile des Ortes unter Asche und Lava begraben wurden. Besonders eindrucksvoll fand ich die Geschichten der Einwohner, die damals ihre Heimat verlassen mussten und später zurückkehrten.

Anschließend wanderte ich entlang der Klippen. Dort erfüllte sich ein kleiner Island-Traum: Dutzende Papageientaucher saßen nur wenige Meter entfernt an ihren Nisthöhlen. Die Vögel in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, war eines der schönsten Naturerlebnisse dieser Reise.

Am Nachmittag ging es zurück an Bord. Nach einer kurzen Pause in meiner Balkon-Kabine aß ich im lichtdurchfluteten Grand Dining Room zu Abend. Serviert wurde ein perfekt zubereitetes Filet Mignon mit Marktgemüse und glacierten Kartoffeln.

Später war die Martinis Bar der beliebteste Treffpunkt an Bord. Die Barkeeper mixten einen Cocktail nach dem anderen, begleitet von sanfter Klaviermusik. Ein Cocktail kostete durchschnittlich etwa 15 US-Dollar. Die bei unserer Reise eingeschlossenen Weine und Biere galten während der Restaurantzeiten zum Mittag- und Abendessen; Cocktails und besondere Getränke wurden zusätzlich berechnet.

Tag 3: Wellness und französische Küche am ersten Seetag

Den ersten Seetag begann ich mit Eggs Benedict und frisch gepresstem Orangensaft im Grand Dining Room. Mittags wechselte ich zum Waves Grill auf dem Pooldeck. Dort werden Burger, Grillhähnchen und weitere Gerichte frisch auf Bestellung zubereitet. Besonders gut gefiel mir der saftige Burger aus Wagyu-Rindfleisch. Ein gekühlter Sunshine Smoothie von der Waves Bar passte bestens dazu.

Am Nachmittag besuchte ich das Aquamar Spa. Der Wellnessbereich bietet unter anderem Dampfbäder und beheizte Steinliegen. Als Gast einer Concierge Level Kabine konnte ich außerdem die ruhige Aquamar Spa Terrace nutzen. Auf den gut gepolsterten Liegen mit Blick aufs Meer ließ es sich sehr bequem aushalten. Mein sportlicher Beitrag an diesem Nachmittag bestand hauptsächlich darin, die optimale Liegeposition zu finden.

Abends hatten wir einen Tisch im Jacques, dem französischen Spezialitätenrestaurant, reserviert. Das Ambiente erinnerte an ein elegantes Pariser Bistro. Meine Entenbrust war rosa gebraten und wurde mit einer gut ausbalancierten Orangensauce serviert. Zum Abschluss präsentierte der Kellner eine Auswahl französischer Rohmilchkäse direkt am Tisch.

Den Abend ließen wir in der Founders Bar ausklingen. Die kleinere Bar hat eine angenehm intime Atmosphäre und ist auf handwerklich gemixte Cocktails und ausgewählte Bourbons spezialisiert.

Tag 4: Fitness mit Meerblick und asiatische Vielfalt

Nach einem leichten Frühstück in der Concierge Lounge ging es ins Fitnesscenter. Die Ausstattung mit modernen Technogym-Geräten überzeugte mich. Noch überraschender war, wie gut das Studio zu fast jeder Tageszeit besucht war. Der Blick durch die große Glasfront aufs Meer ist allerdings auch eine gute Motivation, ein paar Kilometer länger auf dem Laufband zu bleiben. Frische Handtücher und gekühltes Wasser standen bereit; für Yoga, Pilates und andere Kurse gibt es einen separaten Raum.

Mittags zeigte das Terrace Café seine asiatische Seite. Sushi wurde vor den Augen der Gäste gerollt, dazu gab es frisches Sashimi sowie Gemüse und Meeresfrüchte aus dem Wok. Den Nachmittag verbrachte ich mit einem Buch auf einer der gepolsterten Liegen am Pool und später auf meinem Balkon.

Am Abend aß ich erneut im Grand Dining Room. Das rosa gegarte Lammkarree mit Kartoffelpüree und Saisongemüse war sehr gut zubereitet und wurde von einer passenden Weinempfehlung begleitet. Danach zog es mich nicht mehr in eine Bar. Ich ließ den Tag lieber ruhig auf meiner Veranda ausklingen.

Tag 5: Wetterbedingter Kurswechsel nach Haugesund

Das Wetter zwang den Kapitän zu einer Änderung der ursprünglichen Route. Statt der geplanten Häfen steuerte die Vista an diesem Tag Haugesund in Norwegen an und lag dort direkt im Hafen. Nach einem Kaffee und einem Croissant ging ich von Bord. Entlang der Uferpromenade erreichte ich das Zentrum in etwa 15 Minuten zu Fuß.

Ein Taxi brachte uns in rund 15 Minuten zum Wikingerdorf in Avaldsnes. Für die Fahrt bezahlten wir etwa 35 Euro pro Strecke, der Eintritt lag bei ungefähr 12 Euro. In originalgetreuen Langhäusern und mit historisch gekleideten Darstellern wird die Geschichte der Wikinger anschaulich vermittelt.

Zurück in Haugesund spazierte ich am Smedasund entlang, vorbei an bunten Holzhäusern und kleinen Booten. Um 17 Uhr legte die Vista wieder ab und nahm Kurs durch die norwegische Küstenlandschaft.

Am Abend wurden wir im Grand Dining Room mit einem Vier-Gänge-Menü verwöhnt. Es reichte von frischem Kabeljau bis zu einem Schokoladenfondant. Der Service blieb dabei freundlich und angenehm unaufdringlich.

Tag 6: Teatime und eine Nacht in Oslo

Der Tag begann im Grand Dining Room mit einem fluffigen Omelett, krossen Brötchen, geräuchertem Lachs und heißem Kaffee. Mittags nutzte ich das sonnige Wetter für einen Platz auf der Außenterrasse des Terrace Café. An der Live-Cooking-Station wurde meine Pasta frisch nach Wunsch zubereitet.

Um 16 Uhr begann in der Horizons Lounge die traditionelle Teatime. Während ein Streichquartett spielte, servierten Kellner in weißen Handschuhen Scones mit Clotted Cream, feine Sandwiches und Pralinen. Wer klassische Teatime mag, sollte diesen Termin nicht verpassen.

Um 19 Uhr legte die Vista in Oslo an und blieb über Nacht. Der Liegeplatz war ideal: Das moderne Viertel Bjørvika lag nur wenige Gehminuten entfernt. Mein Abendspaziergang führte mich auf das begehbare Dach des Opernhauses. Der Zugang ist kostenlos und der Blick auf die beleuchtete Skyline lohnt sich besonders am Abend.

Zurück an Bord wartete das Red Ginger. Das panasiatische Spezialitätenrestaurant ist in dunklen Rottönen gestaltet und zählt für viele Oceania-Gäste zu den Favoriten. Ich bestellte den bekannten Miso-glazed Sea Bass. Der marinierte Seebarsch war ausgesprochen zart und für mich einer der besten Gänge der Reise.

Tag 7: Oslo, Munch und eine norwegische Waffel

Nach einem Frühstück mit Obst, Bircher-Müsli und Cappuccino im Terrace Café ging ich früh von Bord. Das Munch-Museum liegt direkt am Fjord und war vom Schiff in ungefähr zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Der Eintritt kostete zum Zeitpunkt unserer Reise rund 16 Euro.

Schon die moderne, leicht geneigte Architektur des Gebäudes fällt auf. Im Inneren sind zahlreiche Werke von Edvard Munch zu sehen, darunter natürlich auch „Der Schrei“.

Anschließend erkundete ich Oslo zu Fuß. Mittags probierte ich eine frisch gebackene norwegische Waffel mit Sauerrahm und Erdbeermarmelade. Für ungefähr sechs Euro bekam ich ein einfaches, aber sehr gutes Stück norwegischer Alltagskultur.

Vor dem Auslaufen um 20 Uhr kehrte ich an Bord zurück. Im Grand Dining Room begann das Abendessen mit einer Enten-Rillette, anschließend wurde Seezunge serviert. Nach einem Glas Wein in der Martinis Bar ging ich zurück in meine Concierge Level Balkon-Kabine.

Tag 8: Frühstück auf der Veranda und viel Ruhe

Der dritte Seetag stand ganz im Zeichen der Erholung. Nach dem Ausschlafen bestellte ich ein ausgiebiges Frühstück in meine Kabine. Den ersten Kaffee im Bademantel auf der eigenen Veranda zu trinken, während draußen die Wellen vorbeizogen, war für mich einer dieser kleinen Momente, die eine Kreuzfahrt besonders machen.

Mittags aß ich in der Aquamar Kitchen. Das Restaurant konzentriert sich auf leichtere, wellnessorientierte Gerichte. Meine Poke Bowl mit mariniertem Thunfisch und knackigem Gemüse war frisch und angenehm leicht. Den Nachmittag verbrachte ich auf den gepolsterten Liegen am Pooldeck.

Am Abend setzte der Grand Dining Room noch einmal ein kulinarisches Ausrufezeichen. Die langsam geschmorten Ochsenbäckchen waren sehr zart und saftig. Dazu kamen kreativ zubereitete Vorspeisen mit feinen Raucharomen.

Tag 9: Grachten und Kunst in Amsterdam

Am 31. Juli lief die Vista in Amsterdam ein. Beim Frühstück im Terrace Café konnte ich das geschäftige Treiben im Hafen beobachten. Nach einem leichten Mittagessen begann mein Kulturprogramm in der Stadt.

Vom Passenger Terminal Amsterdam erreicht man das Zentrum entweder in etwa 15 Minuten zu Fuß oder mit der Straßenbahn. Ich startete mit einer Grachtenfahrt durch den historischen Grachtengürtel. Sie kostete ungefähr 22 Euro und bot einen guten ersten Überblick über die Stadt.

Danach besuchte ich das Rijksmuseum. Auch hier lag der Eintritt bei rund 22 Euro. Eine vorherige Online-Reservierung ist sehr zu empfehlen. Rembrandts „Nachtwache“ und die weiteren Meisterwerke einmal aus der Nähe zu sehen, war beeindruckend.

Zum Abschluss bummelte ich durch das Viertel De Negen Straatjes, die „Neun Straßen“, mit kleinen Boutiquen und Cafés.

Zurück an Bord gab es im Grand Dining Room Kabeljau mit Beurre blanc und anschließend ein warmes Soufflé. Im Theater endete der Abend mit Live-Musik und stehenden Ovationen.

Tag 10: Mittelalterliches Brügge und belgische Kalorien

Der letzte Hafen unserer Reise war Zeebrugge. Nach einem À-la-carte-Frühstück mit Rührei und krossem Speck im Grand Dining Room konnte der lange Tag an Land beginnen.

Ein kostenloser Hafenshuttle brachte uns aus dem Sicherheitsbereich des Industriehafens. Von dort fuhren wir mit dem Taxi in etwa 20 Minuten nach Brügge. Die Fahrt kostete rund 50 Euro pro Strecke und ließ sich gut mit Mitreisenden teilen.

Brügge wirkt mit seinen Kopfsteinpflastergassen, historischen Backsteinfassaden, Kanälen und dem markanten Belfried beinahe wie eine Filmkulisse. Große Teile der Altstadt gehören zum UNESCO-Welterbe.

Bei einem Besuch in Belgien hat eine Diät erfahrungsgemäß wenig Aussicht auf Erfolg. Die traditionell zweimal frittierten Pommes waren außen sehr knusprig und innen weich. Danach folgte eine warme Waffel mit Puderzucker – rein aus Gründen der gründlichen Recherche, versteht sich.

Für den kulinarischen Abschluss der Reise sorgte am Abend das Toscana. Dort aß ich hausgemachte Pasta, die genau al dente serviert wurde, und ein langsam geschmortes Ossobuco. Mit einem kräftigen Chianti Classico stießen wir auf die vergangenen zehn Tage an.

Tag 11: Ausschiffung in Southampton

Am frühen Morgen erreichte die Oceania Vista Southampton. Nach einem letzten Frühstück auf der Außenterrasse des Terrace Café begann die Ausschiffung.

Die Organisation war ebenso unkompliziert wie am ersten Tag. Es gab keine langen Schlangen und kein Chaos. Unser Gepäck stand bereits übersichtlich sortiert in der Hafenhalle bereit.

Ich trat die Heimreise mit vielen Eindrücken, einigen neuen Lieblingsgerichten und der Gewissheit an, ein sehr besonderes Schiff kennengelernt zu haben.

Mein Fazit zur Oceania Vista

Die Oceania Vista eignet sich besonders für Reisende, die Wert auf gutes Essen, persönlichen Service und ein ruhiges Bordleben legen. Das Schiff ist modern und hochwertig gestaltet, wirkt aber nicht kühl. Durch die überschaubare Gästezahl und die großzügigen öffentlichen Bereiche entsteht nur selten Trubel.

Kulinarisch hat mich die Vista besonders überzeugt. Die Spezialitätenrestaurants bieten deutlich unterschiedliche Konzepte, und auch im Grand Dining Room sowie im Terrace Café blieb das Niveau während der gesamten Reise hoch. Dass die Spezialitätenrestaurants ohne Aufpreis genutzt werden können, ist ein echter Vorteil – rechtzeitige Reservierungen sind dennoch sinnvoll.

Meine Concierge Level Veranda-Kabine bot viel Platz, ein sehr gutes Bett und praktische Zusatzleistungen. Vor allem die Concierge Lounge, der Wäscheservice und der Zugang zur Aquamar Spa Terrace machten sich im Reisealltag bemerkbar.

Die Vista ist aus meiner Sicht eine gute Wahl für Feinschmecker, Ruhesuchende und Reisende, die kleinere, stilvolle Schiffe bevorzugen. Auch Kulturliebhaber kommen auf den meist abwechslungsreichen Routen auf ihre Kosten. Wer dagegen Wasserrutschen, große Shows rund um die Uhr oder ein ausgeprägtes Familienprogramm erwartet, findet bei anderen Schiffskonzepten wahrscheinlich mehr Auswahl.

Und würde ich wieder an Bord gehen? Ganz klar: ja. Das nächste Filetsteak im Polo Grill darf gern schon einmal ruhen.


Über den Autor: Jürgen Lang arbeitet im Verkauf von UC Unlimited Cruises. In seinen Reiseberichten verbindet er persönliche Eindrücke mit praktischen Informationen zu Schiff, Kabine, Restaurants und Reisezielen.

Häufige Fragen zur Oceania Vista

Wie groß ist die Oceania Vista?

Die Oceania Vista ist rund 241 Meter lang, mit etwa 68.000 BRZ vermessen und für bis zu 1.200 Gäste bei Doppelbelegung ausgelegt. Rund 800 Crewmitglieder kümmern sich um die Gäste.

Sind die Spezialitätenrestaurants im Reisepreis enthalten?

Ja. Die regulären Spezialitätenrestaurants wie Polo Grill, Toscana, Red Ginger und Jacques können ohne Restaurantaufschlag besucht werden. Eine Reservierung ist erforderlich. Bestimmte besondere Genusserlebnisse und Getränke können zusätzlich kosten.

Lohnt sich eine Concierge Level Veranda-Kabine?

Für mich haben sich die Zusatzleistungen gelohnt. Dazu gehören die private Concierge Lounge, bis zu drei Beutel Wäsche pro Kabine, bevorzugte Online-Reservierungen für Spezialitätenrestaurants, ein erweitertes Roomservice-Angebot und der Zugang zur Aquamar Spa Terrace. Die Kabine selbst misst einschließlich Veranda rund 27 Quadratmeter.

Gibt es auf der Oceania Vista ausschließlich Kabinen mit Balkon?

Ja. Die Vista ist als All-Veranda-Schiff konzipiert. Alle Kabinen und Suiten verfügen über einen privaten Balkon (einige davon sind französische Balkone).

Für wen eignet sich die Oceania Vista?

Das Schiff passt besonders gut zu Feinschmeckern, Ruhesuchenden und kulturinteressierten Reisenden, die persönlichen Service und ein entspanntes Bordleben schätzen. Wer ein großes Freizeitangebot mit Wasserrutschen und dauerhafter Animation sucht, gehört eher nicht zur Zielgruppe des Schiffs.